business@school-Alumnus Julian Giessing auf den "Finanzplätzen 2008"

5 Studenten - 8 Wochen - 3 Länder - 3 Städte - 3 Unternehmen - 1 Aufgabe

So kurz kann ich meinen Sommer 2008 fassen. Doch was steckt dahinter? Das internationale Sonderprojekt "Finanzplätze 2008" des Campus of Excellence. Der Campus of Excellence ist ein Verein, der von der Commerzbank initiiert wurde und unter anderem eben auch von der Boston Consulting Group gefördert wird. Im Rahmen des CoE gibt es viele verschiedene Projekte für Schüler, Studenten und Berufsanfänger. Die meisten Angebote sind dabei auf Deutschland beschränkt und dauern selten länger als vier Wochen.
Eine Ausnahme machte das in diesem Jahr erstmalig angebotene internationale Sonderprojekt mit Unterstützung der Investmentbank Goldman Sachs, der Anwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer und der Kommunikationsberatung Hering Schupener. Fünf Studenten sollten die Finanzplätze Frankfurt, London und New York vergleichen und eine Studie erstellen.

Erstens Frankfurt oder gesucht: eine andere Perspektive

Ich war einer der Glücklichen, die nach dem Auswahlprozess teilnehmen durften. Um eine möglichst umfassende Betrachtung der Finanzplätze zu ermöglichen, waren wir Studenten verschiedener Universitäten und verschiedener Fächer: BWL, VWL und Jura waren vertreten. Anfang August fand ich mich in Frankfurt ein; der ersten Station des Vergleichs. In Frankfurt waren wir drei Wochen, jeweils eine Woche bei den drei Partnern, um einen ersten Überblick und Verständnis für einen Finanzplatz zu gewinnen. Wie an allen drei Standorten hatten wir Interviews mit Mitarbeitern der Firmen, mit Journalisten und mit Vertretern von Institutionen wie der EZB, der Bafin, der Fed, der FSA und der Bundesbank. Zu Beginn mussten wir uns erst klar werden, wie wir diese umfangreiche Aufgabe angehen. Es existieren auch bereits viele Finanzplatzstudien: Was können wir da anders machen? Letztlich haben wir den Schwerpunkt nicht auf die reinen Fakten gelegt, sondern auf die weichen Faktoren wie Lebensqualität und Mentalität. Zusätzlich haben wir eine studentische Perspektive eingebracht und mehrere hundert Studenten aus Deutschland zu den Finanzplätzen Frankfurt, London und New York befragt. Schließlich sind sie es, die dort später einmal arbeiten.

Zweitens New York oder "Ich muss wieder hin!"

Nachdem wir dieses Grundgerüst aufgebaut hatten, ging es auch schon nach New York. Dort hatten wir ebenso wie in London leider nur eine Woche. Diese war zwar vollgepackt mit Gesprächen und Terminen, aber wir haben es immer wieder geschafft, am Abend noch New York zu erleben und zu genießen. Auch das Wochenende haben wir mit Sightseeing verbracht. Was bleibt in Erinnerung von New York? Für das Projekt: Die Einstellung ist wirklich viel positiver und optimistischer als in Deutschland und die Infrastruktur ist wirklich eine Katastrophe. Für mich persönlich: Ich muss wieder hin! Jeder muss New York erlebt haben und am besten nicht nur als Tourist, sondern dort lebend und arbeitend.

Drittens London: von beidem etwas

Von New York ging es direkt nach London. Man kann London als Mischung aus New York und Frankfurt beschreiben: einerseits europäisch ruhig und andererseits international vibrierend. London kannte ich durch mehrere Besuche zuvor schon gut, so dass die Woche weniger anstrengend wurde (auch dank des im Vergleich zu New York hervorragenden Systems der Tube). Nach den Gesprächen und Interviews in London, ging es nach einer Woche für alle fünf Teilnehmer zurück an ihre Studien- und Wohnorte (oder ins Auslandssemester).

Die Präsentation: Ein Hoch auf die Improvisation!

Bis zur Abschlusspräsentation in Berlin Ende September mussten wir noch die Studie schreiben und eine Präsentation erstellen. Besondere Herausforderung hierbei war einerseits die räumliche Entfernung, d.h. wir mussten die ganze Zeit über Internet und Telefon kommunizieren und andererseits den unterschiedlichen Ansprüchen der beiden Formate: die Studie sollte eher wissenschaftlich, die Präsentation "knalliger" für die anderen Teilnehmer des Campus of Excellence sein. Um den letzten Feinschliff zusammen zu erarbeiten, trafen wir uns noch einige Tage in Frankfurt und fuhren gemeinsam nach Berlin zur Generalprobe. Dort angekommen wurde uns dann um acht Uhr abends mitgeteilt, dass unsere Präsentation immer noch viel zu detailliert und wissenschaftliche sei; ganze zwölf Stunden vor unserer Präsentation am Freitagmorgen. Entsprechend angespannt war die Stimmung als wir uns in der Nacht noch hinsetzten, um die Präsentation zu ändern. Das Ergebnis des Brainstorming-Prozesses war dann auf PowerPoint zu verzichten und das ganze schauspielerisch in Form einer improvisierten Diskussion vorzustellen. Da wir uns die letzten acht Wochen nur mit den Finanzplätzen Frankfurt, London und New York beschäftigt hatte, war die Improvisation gut möglich. Auch die Zuschauer waren begeistert und einhellig überzeugt, nun mehr über die Finanzplätze zu wissen.

Nach acht Wochen in fünf Städten und drei Ländern durften wir dann Abschied nehmen von den Finanzplätzen und uns wieder dem "normalen" Leben zuwenden. Doch gerade die letzten Monate zeigen, dass ein Verständnis der Finanzindustrie wichtig ist, da sie einen großen Einfluss auf unser Leben hat. Nach dieser unglaublich interessanten und abwechslungsreichen Zeit, möchte ich auf jeden Fall mehr über die Finanzindustrie erfahren; einziges Problem dabei: Wo gibt noch einmal einen solch faszinierenden Praktikumsplatz?!

 
 
 
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