Von der Rolle: Bad Honnef gewinnt mit seiner Geschäftsidee „GrasSwipe“ das Deutschlandfinale

David gegen Goliath: Es braucht schon eine gehörige Portion Mut, um auf einem Milliardenmarkt gegen global agierende Konzerne anzutreten. Diesen Mut haben fünf jugendliche Gründergeister bei business@school jetzt bewiesen. Sie wollen mit nachhaltigem Klopapier aus Gras eine grüne Revolution auf der Toilette starten. Die Jury in München konnten die Schülerinnen und Schüler des Städtischen Siebengebirgsgymnasiums Bad Honnef mit dieser Geschäftsidee überzeugen – und gewannen das Deutschlandfinale.

Bisher würden in Deutschland jedes Jahr 600.000 Bäume in Form von Klopapier heruntergespült, erläutert Teamsprecherin Helene Balles. Selbst für die Herstellung von Recyclingpapier werde viel Wasser, Energie und Chemie benötigt. Toilettenpapier aus Gras habe dagegen eine unschlagbare Ökobilanz, Chemie komme nicht zum Einsatz. Mit ihrer Geschäftsidee würden sie auch keiner Kuh das Futter wegnehmen, erklären die Schüler. Als Rohstoff dient Gras von landwirtschaftlichen Ausgleichsflächen, das so lange stehenbleibt, dass es als Viehfutter viel zu hart wäre.

Einen Produzenten, der aus Graspellets Klopapier herstellen kann, haben die Schüler nach langer Suche gefunden. Er könnte zukünftig auch Servietten oder Haushaltspapier aus Gras produzieren. Gestern Abend beim Deutschlandfinale von business@school überzeugten die Jugendlichen die Jury, dass ihr mutiger Businessplan von der Vertriebsstrategie bis zum alternativen Marketingkonzept stimmig ist. „Ein Riesenprojekt, das ihr euch da vorgenommen habt!“, urteilten die Juroren beeindruckt und erklärten das Schülerteam aus Bad Honnef mit „GrasSwipe“ zum Sieger des Deutschlandfinales.

Rebekka Ballering (17), Helene Balles (17), Joana Baumann (17), Julius Langenbach (17) und Tim Stauf (16) wurden von ihrem Lehrer Gregor Pallast und Unternehmenscoach Marco Vietinghoff zum Finale begleitet. Sie konnten neben ihrem Sieg auch 20 Jahre business@school feiern. Mit vielen ehemaligen Teilnehmern, Lehrern, Betreuern, Eltern und Unterstützern haben die Schülerteams das Jubiläumsfinale zu einer tollen Veranstaltung gemacht, die Rückblick und Ausblick zugleich war.

„MeKiDeKi“ holt zweiten Platz ans Gymnasium Ottobrunn

Ganz knapp hinter dem Siegerteam aus Nordrhein-Westfalen landeten Schüler des Gymnasiums Ottobrunn bei München auf Platz zwei. Lukas Berger (16), Hannah Hoffmann (16) und Lea Oesemann (16) waren beim Pitch der besten Schüler-Geschäftsideen mit „MeKiDeKi“ angetreten, einer App, die den Alltag von getrennt lebenden Familien erleichtern soll. Wichtige Daten können in der App gespeichert werden, ein Kalender organisiert Wochenendplanung und Urlaube, und mit der Taschengeldfunktion können die Kinder sehen, wann und vom wem sie noch Geld bekommen. Lea und Hannah kommen beide aus Scheidungsfamilien und sprechen aus Erfahrung: „Niemand möchte sich darüber streiten, warum die Tochter jetzt schon wieder die Tennissachen nicht dabeihat.“ Die Juroren waren vor allem davon begeistert, dass sich die Schüler von Ulrike Nesbeda und Monika Schneider auf Basis ihrer Wettbewerbsanalyse zahlreiche Zusatzfunktionen überlegt und bereits in einem Prototyp umgesetzt haben.

Dritter Platz für Internatsschule Hansenberg aus Geisenheim

Mit „Calido“, einem beheizten Griffband für Skulls, ruderten fünf Schülerinnen und Schüler der Internatsschule Hansenberg aus Geisenheim auf den dritten Platz. Antonia Bleser (18) hat beim Leistungsrudern jahrelang darunter gelitten, dass im Winter kaum Training auf dem Wasser möglich ist. Denn ohne Gefühl in den Händen ist das Boot nur schwer kontrollierbar, das Kentern im eiskalten Wasser gefährlich. Zusammen mit Leonie Brodermann (17), Jan Dachs (16), Julian Danker (16) und Anton Peter (17) hat die Schülerin daher ein Griffband mit Heizdraht entwickelt, das mit einem Akku betrieben wird. Die Jury war denn auch überzeugt davon, dass die Schüler von Lehrer Paul A. Rauh ihr Produkt sehr gut kennen und die Marktnische richtig eingeschätzt haben. Daneben lobten die Juroren die detailliert geplante Zusammenarbeit mit Herstellern und Vertriebspartnern.

Auszeichnungen

Die drei Siegerteams können sich über tolle Erlebnispreise freuen: Das Team der Internatsschule Hansenberg darf auf Einladung von Deutsche Lufthansa AG und Lufthansa Aviation Training GmbH einen Tag lang hinter die Kulissen der Fluggesellschaft schauen. Auf dem Programm in Frankfurt steht auch ein Flug im Simulator. Das Team des Gymnasiums Ottobrunn wird auf Einladung der ProSiebenSat.1 Media SE die Aufzeichnung von „Die beste Show der Welt“ mit dem Moderatorenduo Joko und Klaas in den Bavaria Filmstudios in München besuchen. Und die Evonik Industries AG lädt das Team aus Bad Honnef zu einem Heimspiel des BVB im Signal Iduna Park in Dortmund inklusive Anreise, Sitzplatzticket, Stadionführung und Überraschungsprogramm ein.

Im Rahmen des Finales wurde Dr. Klaus-Günther Strack, Senior Advisor, Voith GmbH & Co. KGaA, für sein langjähriges Engagement bei business@school geehrt. Er hat die Zusammenarbeit der drei Heidenheimer Gymnasien mit dem Unternehmen Voith in die Wege geleitet, über lange Jahre mit viel persönlichem Einsatz unterstützt und weiter ausgebaut. Beim Deutschlandfinale 2018 war Dr. Strack auch als Juror in der Vorjury aktiv.

 
 
 
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