Deutsche Schule Mailand gewinnt die International Finals in Mailand

Sssss – die Jury in Mailand stöhnt gequält auf, als sie das fiese Summen der Mücke hört. Das Werbevideo von "Zanzito" richtet den Blick ins Schlafzimmer und auf nervige Stechmücken, die einem die Nachtruhe rauben. Eine Bettdecke, mit einem Insektizid behandelt, soll das Problem dauerhaft lösen. Die Jury im BCG-Büro in Mailand konnte das Team der Deutschen Schule Mailand mit der Präsentation seiner Anti-Mücken-Bettdecke überzeugen – und gewann die International Finals.

Für Maximilian Casagrande ist es viel mehr als nur eine Geschäftsidee. Schon seit Jahren treibt es den 16-jährigen Schüler aus Mailand um: Er will das Problem mit den Stechmücken lösen. "Wenn wir am Wochenende oder in den Sommerferien am Lago Maggiore sind, ist es unerträglich", erzählt er. "Ich werde ständig gestochen." Also hat er schon 2016 angefangen, sich wissenschaftlich mit der Stechmücke zu beschäftigen. In einem Projekt für Jugend forscht untersuchte er zusammen mit der Universität Mailand die Wirksamkeit verschiedener Insektizide. Ursprünglich wollte er Kleidung mit Mückenschutz entwickeln, daraus ist jetzt bei business@school eine Bettdecke geworden. "Die lässt sich leichter produzieren, außerdem gibt es weniger gesundheitliche Bedenken, weil die Decke nicht mit der Haut in Kontakt kommt", erklärt Maximilians Teamkollege Frederick Alworth (16).

Lehrer Silvère Schumann ist besonders stolz auf sein Team, weil die Schülerinnen und Schüler in ihrer Freizeit an "Zanzito" gearbeitet haben. "business@school wird an der Deutschen Schule Mailand als AG angeboten, und wir treffen uns nur einmal pro Woche, freitags in der 7. Stunde", erzählt der Wirtschaftslehrer. "Da müssen die Schüler schon sehr selbständig und engagiert arbeiten, wenn sie erfolgreich sein wollen." Nach der AG-Stunde ging es für das Team häufig noch zu seinem Coach Luca Rancan in das Mailänder BCG-Büro. Zusammen mit vielen Eltern verfolgte er im "Zanzito"-Polohemd begeistert die Präsentation der Schüler, die er ein Jahr lang begleitet hat.

Auch die Jury zeigte sich von der Geschäftsidee beeindruckt – und verlieh Frederick Alworth (16), Maximilian Casagrande (16), Guendalina Cornegliano (17), Andrea Cortili (17), Tommaso Longoni (17), Chiara Marchegiani (17) und Leon Steinkeller (17) den ersten Preis. "Ihr habt sehr gut verstanden, wie sich aus einem Bedarf eine Produktidee entwickeln lässt – und seid auf etwas gekommen, das sich von bisherigen Lösungen am Markt deutlich unterscheidet", hieß es in der Urteilsbegründung. Auch die Skalierbarkeit der Idee überzeugte die Juroren. "Außerdem habt ihr deutlich gemacht, dass in Zukunft aus diesem Produkt ein ganzes Produktportfolio entstehen könnte."

Den zweiten Platz teilen sich Teams aus Starnberg, Wien und Zürich

Neben dem Siegerteam aus Mailand beeindruckten auch die weiteren Teams der Hauptrunde die Jury mit ihren auf Englisch gehaltenen Präsentationen. So präsentierten Ilaan Balagangadharan (17), Philip Andersson Bettencourt (16), Mark Gibson (17), Bjorn Hoozemans (17), Daniel Hunt (17), Carl Schoeller (16) und Chad Tobin (16) von der Munich International School in Starnberg "Scrybe", einen Bleistift mit einem thermo¬plastischen Griff, der sich individuell an die Hand anpassen lässt. "Wenn es so viele unterschiedliche Hände gibt, warum gibt es dann nur eine Art von Stift?", fragten sich die Schüler. Sie waren mit einem Prototyp angereist und konnten der Jury zeigen, wie Scrybe individuellen Schreibkomfort liefert. "Ich benutze den Stift seit Wochen, er ist großartig", erzählt Lehrer Dan Glover, der das Team nach Mailand begleitet hat. Die Jury ließ sich vor allem von der Wettbewerbsanalyse und der sorgfältig ausgearbeiteten Wertschöpfungskette überzeugen. Sie lobte auch die engagierte Präsentation des Teams.

Das Team vom Theresianum Wien präsentierte "Lignum", nachhaltiges Geschirr aus Recyclingholz. "In Österreich werden viele alte Holzhäuser abgerissen, und wir möchten das Holz für unsere Produktion nutzen", sagt Antonia Leuhusen. Nachhaltig, regional und stylisch sollen die Teller sein, die Alexander Fabian (17), Georg Giulini (17), Antonia Leuhusen (17) und Marianne Mloch (17) mit "Lignum" an Cafés und End¬verbraucher liefern wollen. Kooperationspartner haben sie bereits identifiziert, auch Online-Shops mit nachhaltigen Produkten sind interessiert. Einen Prototyp konnten die Schüler der Jury ebenfalls präsentieren. "Ihr habt euer Produkt klar im Markt positioniert und auch die Kosten klar definiert" lobte die Jury das Team, das mit Mag. Andrea Bauer und Prof. Friedrich Tiefenbrunner angereist ist.

Die Kantonsschule Enge aus Zürich schickte "IDON" ins Rennen, einen Sport-BH mit integriertem Fach für Handy oder Schlüssel. Luba Dahlvik (18), Jessica Farda (20), Lucia Moser (18), Sahar Tahiri (20) und Tiffany Würth (19) hatten sich schon lange geärgert, dass es keine schicken BHs in großen Größen gibt. "Wir wissen, was ein BH braucht", verkündeten sie selbstbewusst. "Und wir wollen unsere Kundinnen mit 'IDON' aktiv, selbstbewusst und stolz machen." Sie hatten auch ein starkes Testimonial einer Tennisspielerin dabei, die meinte, ein solcher BH könne ihr eine Brustverkleinerung ersparen. Die Jury war überzeugt von dem reinen Frauen-Team, das von Nicole Brockhaus-Soldenhoff und Frank Haydon begleitet wurde. "Wenn Frauen über Produkte für Frauen nachdenken, gibt es oft erstaunliche Ergebnisse", befand sie in ihrem Urteil. Auch die ausgezeichnete Marktanalyse des Teams aus der Schweiz wurde gelobt.

 
 
 
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